GESCHICHTE & CHRONIK
GESCHICHTE DES FORSTHAUS AUERHAHN
Um das Jahr 1760, als die "Calwer-Holländer-Holzkompagnie" in der Gegend des Wildsees und am Fuße der Hornisgrinde größere Holzhiebe vornehmen ließ, besiedelten einzelne Holzknechte, die aus verschiedenen Orten u. a. auch von Dobel kamen, die Wohnplätze "Diebelsbach, Volzenhäuser, Zwickgabel, Leimiß, Vorder-, Mittel- und Hinterlangenbach". Die Tätigkeit der Calwer Holzkompagnie endete 1880 durch einen vierwöchigen großen Waldbrand, bei welchem ca. 4000 ha Wald von der Schönmünz in Richtung Osten bis nach Röt im Murgtal verbrannt sind. Nach schlimmer Armut unter den Kolonisten wurden erst nach Jahren die verwüsteten Böden durch Saaten wieder aufgeforstet. In dieser Zeit war die Hofhaltung der Württembergischen Herzöge u. a. durch Prachtbauten in Stuttgart und Ludwigsburg sehr aufwendig und teuer. Die Herzöge brauchten dringend Geld und unterstützten die Ausbeutung der Württembergischen Wälder in den Seitentälern der Murg durch die Calwer Holzkampagnie. Die Kolonisten, die in dem Gebiet zunächst in einfachen Holzhütten angesiedelt waren, wurden vom Württembergischen Staat durch billige Landabgabe unterstützt. Sie erstellten für sich daraufhin um das Jahr 1820 die ersten solideren Siedlungen an den angegebenen Wohnplätzen.
Ebenfalls im Jahr 1821 wurde durch den Waldschützen Alt-Mathäus Züfle das Forsthaus Auerhahn mit Ställen im Untergeschoß und Wirtschaft im Erdgeschoß gebaut. Am Ende seiner Dienstzeit verkaufte Alt-Mathäus Züfle am 18.12.1856 den Auerhahn an das Württembergische Cameralamt. Jung-Mathäus Züfle schließt daraufhin einen Pachtvertrag über den Auerhahn als Waldschützenwohnung mit dem Cameralamt ab. Von 1821 - 1911 waren vermutlich 3 - 4 Generationen Züfle als Waldschützen mit deren Frauen als Wirtinnen auf dem Auerhahn. Von 1911 - 1926 war es Förster Albrecht mit Frau, von 1926 - 1962 Förster Tritschler mit Frau und von 1963 - 1997 Förster Zepf mit Frau.
Die Entfernung vom Auerhahn zum nächsten Dorf nach Schwarzenberg im Osten oder nach Seebach im Westen beträgt jeweils ca. 15 km. In diesen Orten befinden sich die nächstliegenden Bauernhöfe mit Ochsen und Pferden, die zum Holz rücken, zum Holztransport sowie zum Materialtransport beim Wegebau im Wald eingesetzt wurden. Es war sowohl im Interesse der Forstverwaltung als auch der Fuhrleute, daß Tier und Mensch nach getaner Tagesarbeit eine Unterkunft in der Nähe des Arbeitsplatzes hatten. Somit war das bewirtschaftete Forsthaus von Anfang an zwingende Notwendigkeit. Einzelne Wanderer entdeckten bald darauf die reizvolle Landschaft als "Sommerfrische" und bereits im Reiseführer Baedeker wird in der Ausgabe von 1900 schon der Auerhahn als Reise- und Wanderziel aufgeführt.
Die Ochsen und Pferde wurden als Zugtiere nach dem zweiten Weltkrieg um 1950 durch die Motorisierung abgelöst. Die Gastwirtschaft des Auerhahns hatte durch die Forstverwaltung jedoch bereits eine neue zusätzliche Aufgabe erhalten. Im Jahre 1933 wurde die Waldarbeiterschule Hinterlangenbach erstellt und als Internat betrieben. Sowohl die Versorgung der Waldarbeiter wie auch die des Lehrkörpers mußte in den schweren Jahren des Krieges und danach durch den Auerhahn organisiert werden. Die Waldarbeiterschule, die in Baden-Württemberg einen guten Namen in Forstkreisen hatte, wurde 1968 wegrationalisiert. Im Jahre 1973 wurde in dem nun gut zwanzigjährigen Südweststaat Baden-Württemberg eine Gebietsreform durchgeführt. Der Nordschwarzwald mit den Landkreisen Calw und Freudenstadt kam vom Regierungspräsidium Südwürttemberg/Hohenzollern in Tübingen zum Regierungspräsidium Nordbaden nach Karlsruhe. Die nun für uns neu zuständige Forstdirektion Karlsruhe will sich von der in den letzten Jahren gewachsenen Feriengastronomie im Auerhahn rasch lösen und verkauft 1982 nach 126 jährigem staatl. Besitz das 162 Jahre alte Forsthaus Auerhahn und das Gästehaus Harzwald an den letzten Förster im Auerhahn Dieter Zepf mit Frau Katrin. Diese hatten bereits im Jahre 1974 das Gästehaus Katrin neu gebaut. Sie renovierten und erweiterten jährlich ab 1984 die nun wieder im Privatbesitz stehenden Gebäude und haben diese zu dem heutigen gastronomischen Betrieb ausgebaut. Martin und Ulrike Zepf führen diesen nun seit 2000 in bewährter Weise fort.
- 1821
Bau des Forsthaus Auerhahn durch Alt Mathäus Züfle als Waldschützenwohnung und Gastwirtschaft
- 18.12.1856
Verkauf des Forsthauses Auerhahn durch Alt Mathäus Züfle an das Cameralamt. Pächter: Jung Mathäus Züfle als Waldschütze und dessen Frau als Wirtin
- 1821-1911
3-4 Generationen Waldschützen Züfle
- 1911-1926
Förster Albrecht mit Frau als Wirtin
- 1926-1962
Förster Tritschler mit Frau als Wirtin
- Seit 1963
Förster Zepf mit Frau als Wirtin
- 1966
Einbau eins Schwimmbades 6x3 m in das Stallgebäude gegenüber vom Forsthaus
- 1974
Das Haus Katrin wird als Gästehaus durch Dieter und Katrin Zepf erstellt. Neues Schwimmbad im Haus Katrin
- 1982
Verkauf des Forsthaus Auerhahn mit Personalhaus und Gästehaus Harzwald durch das Liegenschaftsamt an die Eheleute Dieter und Katrin Zepf
- 1984
Generalrenovierung des Forsthaus Auerhahn
- 1988
Generalrenovierung des Gästehaus Harzwald
- 1990
Erweiterung und Modernisierung des Schwimmbades im Haus Katrin zur "Sprudelnden-Auerhahn-Badewelt" mit Whirlpool und Wassereffekten
- 1991
Verbindungsgang zwischen Forsthaus und Haus Katrin
- 1992/93
Anbau der Saunalandschaft mit verschiedenen Saunen, Whirlpool, Wasser-Vital-Schnecke, Soda-Trinkbrunnen, Tauchbecken, Freiluftbereich mit Bergbach-Wasserfall
- 1995/96
Aufstockung Haus Katrin, Einbau eines Aufzuges Erweiterung und Renovierung des Restaurants, ständige Modernisierung der Zimmer - 2001
Einbau der Wellness- und Beautyabteilung - 2001
Übernahme der Wanderrasthütte Seibelseckle als Pachtbetrieb
- 2004
Erweiterung der Saunalandschaft mit einem Laconium
- 2006
Anbau eines großzügigen Fitnessraumes, einem Panoramaruheraum, einem Zirbelholzruheraum „Stille Bettlad“ sowie Behandlungsräume für Ayurveda, Softpack und Friseurstüble. Vergrößerung der Panorama-Terrasse

